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Love hurts. - Teil 1

Ranjeet Kaur lebte zusammen mit ihrer Familie in einem kleinen Häuschen in einem Außenbezirk von Birmingham. Ihr Vater, Dilbagh Singh, war in den 70er Jahren von Indien nach England emigriert und später, als er Arbeit und Wohnung hatte, eine Braut aus seinem Heimatland genommen, die Kuldip Kaur hieß, zur Zeit der Hochzeit 20 Jahre alt war und kein Wort Englisch konnte. Wie es hieß, war sie auch niemals zur Schule gegangen, aber das hätten ihre Verwandten niemals zugegeben und Dilbagh hatte es auch nicht so genau wissen wollen. Für ihn war wichtig, dass die Frau regelmäßig Essen kochte, das Haus sauber hielt und Kinder zur Welt brachte; am besten Söhne, denn Töchter  wurden teuer, sobald sie ins heiratsfähige Alter kamen. 

In England angekommen, sperrte Dilbagh seine junge Frau zu Hause ein, wenn er zur Arbeit ging. Einkäufe oder etwa notwendige Gänge zum Arzt durfte sie nur in Begleitung ihres Mannes unternehmen. Zum Glück gab es einige Sikh-Frauen in ihrem Alter in ihrer Nachbarschaft, mit denen sie ab und zu reden konnte, sonst wäre sie wahrscheinlich vor Einsamkeit krank geworden. Als die Kinder kamen, ein Junge und ein Mädchen in kurzer Reihenfolge, war sie für einige Jahre mit Arbeit ausgelastet. Als die Kinder größer wurden, half sie ehrenamtlicherweise in der Küche des Gurdwara aus, um die Tempelgänger nach dem Gebet mit Essen zu versorgen.

Während ihr Sohn viele Freiheiten hatte, achteten die Eltern peinlich genau darauf, dass ihre Tochter nach der Schule gleich nach Hause kam, ihre Hausaufgaben machte und dann ihrer Mutter im Haushalt half. Ranjeets Bruder machte weder seine Hausaufgaben, noch brauchte er im Haushalt zu helfen. Seit er den Kinderschuhen halbwegs entwachsen war, streunte er draußen mit seinen Kumpels herum und schwang große Reden über seine bevorstehende große Zukunft als Pop-Star. Tatsächlich war er aber, außer bei gelegentlichen musikalischen Darbietungen auf indischen Hochzeitsfeiern, nirgendwo in Aktion getreten. Wenn er selbst einmal heiraten würde, so schwor er sich, müsste seine Braut nicht nur perfekt aussehen, sondern auch eine hohe Mitgift mitbringen müssen. Sonst würde er sie nicht nehmen. Sein Vater dagegen hasste den alten Brauch der Mitgift-Forderungen, der in Indien seit geraumer Zeit zwar verboten, aber nicht auszurotten war und bei Indern, die im Ausland lebten, neue Blüten trieb. Die jungen Herren, die oftmals nicht mal  einen Tag im Leben gearbeitet hatten, verlangten von den Eltern ihrer Bräute Luxus-Artikel, die sie sich selbst nicht leisten könnten. Dass sich die Schwiegereltern dafür auf Jahre hinaus verschulden mussten; - wen juckte das? 

Fortsetzung folgt.......
 

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